NAVKA

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SAMSTAG
13.08.2022

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Ukrainische Popkünstlerin Navka in Deutschland

 

Wie viele Ukrainer floh auch die ukrainische Popkünstlerin Navka mit Ihren beiden Söhnen Andrij (11) und Maxym (9) nach Deutschland. Den Beginn des russischen Angriffs Ende Februar hatte sie noch in ihrer Wohnung in Kiew erlebt. Nach einigen Tagen ist sie mit den Kindern in Ihr Heimatstadt Czernowitz gefahren, habe dort ihr dortiges Haus mit Flüchtlingen aus der Ostukraine geteilt und bei deren Versorgung geholfen.

Auf Drängen ihres Mannes und deutscher Bekannter entschied sie sich doch dann Ihr Söhne nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. „Es ist vor alles der Kinder wegen“, sagt Navka. „Sie müssen unsere Heimat später wieder aufbauen.“

 

Seit gut drei Monaten lebt die Musikerin nun in einer Dachgeschosswohnung in der Kleinstadt Wolfenbüttel. In der Ukraine ist Sie ein Online Popstar. Ihr Hit „Ta Tan Tsi“ (Tanz!) ist auf Youtube mehr als elf Millionen Mal aufgerufen worden. Ein Erfolg wurde vor zwei Jahren auch Ihr Projekt „Die Ukraine in Songs“. Dafür hat Navka 13 Kosakenlieder und andere typische Folksongs aus 13 ukrainischen Regionen neu eingesungen, teils elektronisch aufgepeppt und dazu malerisch-märchenhafte Videos produziert. „Die Ukraine hat einen großen Reichtum an Volksliedern“, schwärmt Navka. 

2009 kam sie in die Vorauswahl für die ukrainische Ausgabe der Castingshow „X Factor“. Ihr sei nahegelgt worden, nicht auf Ukrainisch zu singen, sondern „in einer bekannten internationalen Sprache“, erzählt Sie. Da Sie dann auf polnisch gesungen hatte, wurde Sie darauf hin im Vorfeld aussortiert. 

 

Während der 2013 stattfindenden Massenproteste auf dem Maidan gegen den damaligen russlandtreuen Präsidenten Janukowytsch sang Sie Ihren Song „Wenn nicht wir, wer dann?“. Aufnahmen davon waren im Internet viral gegangen und bildeten die Grundlage für Ihren späteren Erfolg.

 

Seit der Annexion der Krim und dem Beginn des Krieges in der Ostukraine hatte sich Navka zur Aufgabe gemacht für ukrainische Soldaten zu singen, um Ihnen nach der Rückkehr von der Front ein wenig Fröhlichkeit zu vermitteln.

 

Nach Ihrer Flucht nach Deutschland sammelt Sie nun Geld mit Ihren Auftritten für Ausrüstung und Autos für Ihren an der Kriegsfront kämpfenden Mann. 

 

Auf ukrainisch zu singen und ukrainische Musik weiterzutragen, sei Ihr Beitrag im Krieg gegen die russischen Unterdrücker, der eben auch ein Kulturkampf sein.